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Den Winter fotografieren – Die kalte Jahreszeit in der Fotografie
Ganz Deutschland wartet auf den Winter. Ganz Deutschland? Vermutlich nicht, aber zumindest eine ganze Schar von Kindern und Fotografen fragt sich derzeit, ob sich zumindest die letzten Urlaubswochen zum Jahresanfang fotografisch für die Winter-Fotografie nutzen lassen. Marc Godecke ist einer dieser leidenschaftlichen Winter-Fotografen. Marc hat dazu ein eigenes Foto-Projekt in’s Leben gerufen. Viele Fotografen wie Marc schätzen die Fotografie im Winter, mit ihrem Kristall-Zauber auf ganz besondere Weise. Die spannende Geschichte von Marc und seinem Projekt zur Fotografie im Winter lest ihr hier…
Ein Berg als Fotoprojekt im WinterMein kleines Fotoprojekt im Winter befasst sich mit dem “Steinberg” in Schwelentrup, das ist ein kleiner Ortsteil von Dörentrup. Dieser kleine Juwel voller Natur liegt direkt im Herzen der Region Ostwestfalen-Lippe. Der “Berg” ist gemessen an den Alpen eher ein Hügel und mit seinen knapp 400 Metern Höhe auch nicht viel größer als die anderen Hügel drum herum. Klingt nicht sonderlich spannend und wäre es auch nicht, wenn da nicht ein paar Besonderheiten wären: Die Hügelkuppe wurde in der Zeit des kalten Krieges als Militärbasis genutzt auf der Raketenabwehrgeschosse in Stellung gebracht wurden. Dadurch wurde dort keine Forstwirtschaft betrieben und die Vegetation konnte sich abseits der Kasernen und Panzerwege natürlich entfalten. Eine zweite Besonderheit ist der Boden dort oben. Direkt auf dem Bergrücken befindet sich ein kleines Hochmoor – eine kostbare Rarität, die durch ihre extrem nährstoffarme Ökologie ein einzigartiges Spektrum an Tieren und Pflanzen besitzt. Das Gelände wurde nach Abzug der Besatzungsmächte vom Naturschutzbund übernommen und fast vollständig renaturiert. Natur bietet zu jeder Zeit fotografische ReizeDer Berg zieht mich seit Jahren magisch an. Auch schon bevor ich 2004 mit der Fotografie anfing, bin ich dort fast jeden Monat einmal hoch gewandert. Einfach um die Aussicht und die noch halbwegs unberührte Natur zu genießen. Später – mit meiner ersten eigenen Kamera – entwickelte er sich zu meinem bevorzugten “Jagdrevier”. Bis daraus schließlich ein Projekt wurde, vergingen allerdings noch Jahre. Obwohl ich schon recht früh nach dem Einstieg in die Fotografie eine Menge positiver Rückmeldungen zu meinen Bildern bekam und sowohl der Naturschutzbund NABU, als auch die regionale Tourismusbranche Interesse zeigten, wollte ich erstmal die Fotografie in all ihren Facetten kennen lernen, bevor ich mich auf ein bestimmtes Gebiet festlege. Naturfotografie zum Projekt machenIn den letzten Jahren hat mich der Bereich Naturfotografie zunehmend angelächelt. Von da an war es nur noch ein kleiner Schritt ein Projekt aus dem Berg zu machen. Hobbyfotografen sind ein geselliges Volk und da ich in den vergangenen Jahren einige hundert kennen gelernt habe, waren auch schnell ein paar gefunden, die Interesse an einer Jahresdokumentation zeigten. Diese ist gerade in der Vorbereitung und soll direkt im Wintermonat Januar starten. Den Teil mit der Suche nach späteren Präsentationsmöglichkeiten (Ausstellungen, Multivisionsvorträge, etc.) werde ich wohl einigen befreundeten Fotografen vom Fotoforum OWL überlassen, damit ich mich auf die Arbeit vor Ort konzentrieren kann. Im Moment versuche ich einen Leitfaden für das kommende Jahr zu entwerfen und damit sind wir bei der Überschrift und der Frage: Was fotografiert man bloß im Winter? Eine fotografische Reise in MonatenMeine Idee ist es die Geschichte des Berges über Fotos in Monatsetappen zu erzählen und dabei jedem Monat einen fotografischen Schwerpunkt zu geben. Von April bis Oktober ist das einfach, weil dann immer irgendwelche Tiere unterwegs sind, Pflanzen blühen, oder der Herbst mit bunten Farben lockt. Der Monat November bietet hingegen bereits keine großen Insektenaufkommen mehr, die Pflanzen sind verblüht, die Blätter gefallen und der Schnee lässt noch auf sich warten. Also was tun? Raus gehen und probieren! Wetter und Jahreszeiten als fotografische Mitspieler verstehenGestern hatte ich mich ein wenig zu sehr auf die Idee versteift Tiere zu fotografieren und war ohne zufriedenstellende Beute heimgekehrt. Heute hatte ich mich von dieser Vorstellung befreit und siehe da, es passierte etwas. Einer meiner Freunde hätte es vermutlich als “Jazz” bezeichnet – ein Musiker fängt an, der nächste greift mit seinem Instrument die Melodie auf und dann der nächste und so weiter, bis daraus eine stark improvisierte, aber sehr lebendig Melodie wird. Meine fotografischen Mitspieler waren heute Nebel, Morgenröte, Raureif, Kälte, Licht, Schatten, Formen, Strukturen und Farbtupfer. Keine festen Vorgaben in meinem Kopf, nur eine Melodie aus Bildern, von der ich mich habe tragen lassen. Und plötzlich ist sie da, die Geschichte des Novembers. Die Geschichte vom Monat der schon den Winter begrüßt, aber den Herbst noch nicht los gelassen hat. Die Geschichte von den letzten Zeugen der warmen Jahreszeit, die sich noch behaupten. Die Geschichte von der Zeit, in der das Licht schwindet und die Welt sich in Nebel hüllt. Die Geschichte von klaren, erstarrten Strukturen, die sich darauf vorbereiten unter dem weißen Gewand des Winters zu schlafen. Vielleicht war das perfekte Bild noch nicht dabei, aber zumindest habe ich ein Gefühl dafür bekommen in welche Richtung es künftig gehen könnte. Verpasse keine Folge in unserem Blog über Fotografie – abonniere unsere Fotografie News kostenlos: Abonniere den FOTOQUIP RSS-Feed – damit bist Du somit ab sofort bestens informiert! Folge FOTOQUIP bei Facebook: http://facebook.com/fotoquip Hinterlasse einen Kommentar
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